Jugend
Den Verein Herborner Heimatspiele e.V. gibt es seit November 1990. Aber erst seit dem Jahr 2005, also nach Fertigstellung unserer Kulturscheune, ist es uns gelungen, das aufzubauen, was wir in all den Jahren zuvor bereits angedacht, aber aufgrund fehlender Räumlichkeiten nicht verwirklichen konnten – eine kontinuierliche Jugendarbeit. Inzwischen verfügen wir über drei feste Nachwuchsgruppen und mit dem Vorweihnachtsstück in seiner aktuellen Form sogar noch über eine vierte jugendliche Theatergemeinschaft. Die “KuKis”, also im Wesentlichen alle Schauspieler, die jünger als 14 Jahre alt sind, werden von Clara Eichel, Christopher Großmann und Max Bierbach betreut. Aktuell noch ohne Namen sind die älteren Mitglieder der ehemaligen Youngsters, um die sich Christian Schäfer und Katharina Giese kümmern. “16+” heißt unser junges Ensemble, das von Jonas Wogenstahl und Christopher Opel geleitet wird. Last but not least ist Franz-Josef Neunzerling seit 2003 erfolgreich für die Umsetzung des (Vor-)Weihnachtsstückes verantwortlich. Als Jugendwartin ist Anna–Julia Cunz Ansprechpartnerin für die Belange des Nachwuchses im Vorstand.
Einer der beiden Ableger waren die „KuKis“, wie sich die jungen Akteure, die nicht älter als 14 Jahre sind, schnell nannten. Clara Eichel stieß als verantwortliche Gruppenbetreuerin hinzu und erhielt Unterstützung von Max Bierbach und Christopher Großmann. Ziel des Trios, aber auch des gesamten Ensembles ist es, den Anlaufpunkt für alle schauspielwütigen Neulinge zu bilden, die den Verein kennen lernen wollen. Die Gruppe trifft sich am Mittwochnachmittag in der KuSch und hat sich vorgenommen, ein Angebot speziell für die Kindergartenkinder zu unterbreiten. Dazu ist geplant, 2012 die städtischen Horte mit einem Stück zu besuchen.
Sechs Jahre lang bestand die Jugendarbeit im Verein vornehmlich aus zwei Gruppen: unseren „Youngsters“ und der Gruppe „16+“ der zumeist älteren Jugendlichen. Die Youngsters, mit weit über 20 Aktiven die größte Gruppe im Verein, legten im Januar 2007 unter der Regie von Marleen Wolter mit dem Stück “Vampire waren auch nur Menschen” eine fulminante Premiere hin. Als zweite Produktion führte man mit Cornelia Funkes “Herr der Diebe” auf. Dabei erreichte das Ensemble, zu dem Christian Schäfer als Co-Regisseur gestoßen war, eine neue schauspielerische Stufe. Christian Schäfer und Christopher Opel begleiteten die Youngsters im Juli 2009 zu den Aufführungen von “Peter Pan”. 2010 war es dann mit dem “Drachenreiter” erneut ein Stück von Cornelia Funke, das gespielt wurde. Neben Christian Schäfer trug diesmal Bärbel Leun die Verantwortung in der Regie, was auch bei der nächsten Großproduktion der Fall war, als man 2011“Die unendliche Geschichte” zeigte. Danach kam, was absehbar war: Die Gruppe wurde altersmäßig aufgeteilt.
Dabei sammelten sich die älteren Mitspieler, die zwischen 14 und 18 Jahren alt sind, in einer eigenen Gruppe. Diese macht unter dem neuen/alten Namen Youngsters weiter. Zudem ist man in der Auswahl eines Stückes, das im Sommer 2012 aufgeführt werden soll, bereits sehr weit. Im Juni wird „Die Welle“ auf dem Spielplan stehen. Als Gruppenleiter haben sich Christian Schäfer und Katharina Giese zusammen gefunden. Treffpunkt ist hier an jedem Dienstagabend die KuSch.
Die Gruppe der “ältesten” jungen theaterbegeisterten Spieler besteht seit 2005. Nach dem ersten Auftritt bei einem Seniorennachmittag 2005, zwei Centerpark-Fahrten in die Niederlande (2005) und nach Belgien (2006), der fulminanten Produktion von Shakespeares “Ein Sommernachtstraum” (2006) und dem interessanten Doppelabend mit den Stücken “Wolken” (Ramon Pierson) und “Showdown” (Thorsten Böhner/Dezember 2006) folgte die düster und spannend anziehend anmutende Aufführung von Arthur Millers “Hexenjagd” im Jahr 2007. 2008 dann widmete sich die Formation Dario Fos Stück “Der Papst und die Hexe” und bewies dabei einmal mehr ihre Vorreiterrolle im Verein für besondere Produktionen. Alle genannten Stücke wurden von Hanna Reich und Marcel Nascimento in Szene gesetzt, die sich dabei zum größten Teil auf Mitglieder der Theater- und Musical-Szene am Johanneum-Gymnasium Herborn stützen konnten. Doch auch Spielwütige von “außerhalb” stießen zur Gruppe, um sie zu bereichern. Mit Beginn der Spielzeit 2008/2009 wechselte die Verantwortlichkeit auf Jonas Wogenstahl und Christopher Opel, die mit ihrem Team im Mai 2009 bei der Aufführung des Stückes “Der nackte Wahnsinn” für einen der Höhepunkte in den bisherigen Jahren des Bestehens der KuSch sorgten. 2010 ließen sie dann mit “Die Hölle wartet nicht” ein düsteres Kontrastprogramm folgen, ehe man 2011 mit „Equus“ von Peter Shaffer ein intensives Stück präsentierte, für dessen Umsetzung es zurecht von allen Seiten Lob gab. 2012 nun wird die Formation sich mit dem mutmaßlichen Massenmörder „Jack the Ripper“ beschäftigen. Die Gruppe trifft sich in der Regel am Mittwochabend in der KuSch.

Es ist keine “klassische Jugendgruppe”, doch sie hat sich seit 2003 de facto zu einer solchen entwickelt: Denn seit Franz-Josef Neunzerling die Regie bei unserem Vorweihnachtsstück übernommen hat, wurde das Alter der dort Mitwirkenden deutlich gesenkt. Alle Spieler gehören – von quotenbedingten Ausnahmen abgesehen – noch dem Schüler- und Jugendalter an. Dabei kommt es durchaus zum personellen Austausch mit den beiden anderen Nachwuchsgruppen des Vereins. Eines jedoch steht stets im Vordergrund: der Spaß an dem, was man auf der Bühne vor allem für die Zielgruppe der Schüler (bei teilweise bis zu zehn Schulvorstellungen) so treibt. Das Weihnachtsstück hat inzwischen “Kultcharakter”, führt uns in jedem Jahr auch wieder einige Theaterneulinge zu und ist – auch und vor allem dank der Regie Franz-Josef Neunzerlings – im vergangenen Jahrzehnt zu einer echten Marke geworden. 2011 stand nach „Tintenherz“ und „Igraine Ohnefurcht“ mit „Reckless“ erneut ein Werk von Bestseller-Autorin Cornelia Funke auf dem Spielplan.