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Es war ein Duell zweier „junger Wilder“, das am 2. Spieltag der Kabarett-Bundesliga in der KuSch anstand. Und es endete mit einem klaren Sieg des Songpoeten Jakob Heymann gegen Comedian Sven Bensmann.

Zu Beginn des Abends jedoch gehörte die Aufmerksamkeit Bundesliga-Spielleiter und Moderator Theo Vagedes, der mit einem selbstgeschriebenen Slam-Text über die „Zeit“ überraschte.

Dann kam Sven Bensmann auf die Bühne und es wurde schnell klar, dass es zwischen dem Nightwash-erprobten Schwergewicht und dem Herborner Publikum nicht unbedingt auf eine Liebesbeziehung hinauslaufen würde. Mit seinem kräftigen Körper, einem Body-Maß-Index von 32,6 und den ersten grauen Haaren kokettierend, versuchte das bekennende Dorfkind („Ich war ein Zeltpartyboy zwischen Karohemd und Korn“) alles, um die Besucher mitzunehmen.

Das klappte bei seinen Liedern oder seinen zehn vertonten Witzen („Was grenzt an Kanada und Mexiko? Dummheit!“) ganz gut. In seinen Stand-Ups dagegen wollte einfach der Funke nicht überspringen.

Spannend dann der zweite Künstler des Abends: Leicht verschlurft betrat Jakob Heymann mit Schlappen und Beanie-Mütze die Bühne, um dann 45 hochmusikalisch und sehr aussagekräftige Minuten abzuliefern. Bei den Texten des Bremers wird klar: Mancher Flüchtlingshasser ist einfach zu heiß gebadet. Und schön, was die Natur zu bieten hat: Umweltsünder, Jäger und mehr.

Heymann ist rotzig, zugleich aber auch poetisch und selbstreflektierend. Gegen das Selbstmitleid, in dem wir alle baden, begehrt er auf und das Mainstream-Radio ist ihm ein Dorn im Auge. „Schubst die Schnulzensänger von ihrem Thron!“ Obwohl: Damit kann man ja viel Geld verdienen. „Na gut, dann mach‘ ich das jetzt auch und werde Tastenclown und Tanzmusikfaschist.“ Vor seinem Spott ist keiner sicher, nicht einmal er selbst.

Ganz großes Kino: der Song „##@@@", der wirklich so heißt. Und da nimmt es Heymann mit den missionierenden Veganern, die Projekte machen und schon immer nach Berlin wollten auf. Der Bremer fordert einfach mehr Substanz ein. „Unsere Bäuche sind so voll, unsere Herzen sind so leer!“

Da kann dann auch sein Mutmachsong für die „Pädagogen“ dieser Welt nichts dran ändern. Und als am Ende seines denkwürdigen Auftritts die mitgebrachte Loopstation noch die Botschaft „Kein Bock auf Nazis“ in seinem Song „Lied 5“ auf Dauerschleife in die Gehörgänge befördert, da weiß man: Hier steht ein Künstler der neuen Generation auf der Bühne, der wirklich etwas zu sagen hat.

Das sah auch das Publikum zu, das ihm mit 65 Prozent den Tagessieg zuerkannte.
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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