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Wenn es Herbst wird in Deutschland und die Bühne der KuSch mit Spick-Zetteln übersät ist, dann weiß das Publikum: Mundstuhl ist in der Stadt. Nach 2012 und 2015 gastierte das hessische Kult-Duo zum dritten Mal in der Au.

Und zum zweiten Mal bildete der Auftritt in Herborn den Auftakt zu einer großen Deutschland-Tour – diesmal mit dem brandneuen Programm „Flamongos“.

Und als Lars Niedereichholz und Ande Werner im rosafarbenen Flamingo-Kostüm die KuSch-Bühne enterten, da war klar, wohin die Reise gehen würde: Mitten hinein in die Mundstuhl-Welt mit vielen abgedrehten Ideen und vertrauten Figuren.

Eingerahmt von Roger Whitakers Hit „Albany“ und der während es gesamten Abends ungelösten Frage „Wer ist eigentlich besser? Charles oder Gordon?“ testeten die beiden Komiker sächsisch, hessisch oder kanakisch babbelnd das Potenzial ihres neuen 100-minütigen Programms aus, das beim Herborner Publikum bestens ankam.

Getreu dem Motto „Gude - das ist Hessisch für Hallo. Äppler - danach sitzt mehr aufm Klo“ wandelten Lars und Ande gerne mal auf dem schmalen Pfad der politischen Unkorrektheit zwischen Negerkuss und Zigeunerschnitzel, wohlwissend das der Hashtag „Die Wahrheit ist kein Mobbing“ über allem steht.

Und sie tauchen alle auf, die guten Bekannten aus früheren Mundstuhl-Programmen. Die „Assi-Ossi-Tussis“ Peggy (23 Jahre alt, zwei Mal geschieden und drei Kinder, die ihr schon weggenommen wurden ) und Sandy, gerade 24 und schon zweifache Oma, sorgen sich um Schwangerschaftsverhütung und Sohn Kevin, der aber bei seiner neuen Freundin „Chantalle Luna Moon“ bestens aufgehoben ist.

Oder die beiden Weltretter Torben und Malte, die als „Sea Shepherds Rhein-Main“ nun den Tierschutz im Blick haben und zum grande Finale ihres Kurzauftritts noch die „Ode an den Klabusterbär“ mit Ohrwurmcharakter zum Besten geben.

„Siegroy und Fried“ oder doch Siegfried und Roy? Die beiden Ex-Illusionisten sind in die Jahre gekommen – und doch, dem Rollator zum Trotz, scheint Roy (Ande) plötzlich durch die KuSch zu schweben.

Und „Dragan und Alder“, vor über 20 Jahren gewissermaßen der Türöffner für Mundstuhl in die Comedy-Szene, muss ebenfalls keiner mehr vorstellen. Das Kanak-Duo geht jedoch mit der Zeit („Scheiß auf Instagram, wenn es Instakilo gibt“) und hat die Ernährung geändert. „Ich habe den Kühlschrank ins Wohnzimmer geräumt“, lässt Alder wissen.

Dann gibt’s da noch Aggro-Andi, der immer und überall ausrasten könnte und den Grill-Schorsch, der weiß: „Vegetarier ist das indianische Wort für schlechter Jäger!“

Und so endet die bunte Nummern-Revue der beiden nun auch fast schon 50-Jährigen „großen Kinder“ mit der Weisheit des Abends, dargebracht im besten Disco-Sound: „Kokain und Strohrum sind nicht zu empfehlen!"
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

 

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