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10 Jahre auf der Bühne, zwölf ausverkaufte Auftritte im KuSch-Programm und über 2500 begeisterte Besucher: Die Bilanz von Jördis Tielsch zu ihren Auftritten in unserem Haus liest sich fantastisch.

Rechnet man weitere Auftritte im Rahmen der Hessentagspaar-Vorstellung oder für den Ladies Circle hinzu, dann ist die nach wie vor junge Wahl-Kölnerin mit ihrer Band das Aushängeschild der Kulturscheunen-Geschichte.

Seit 2008 geht die 23-Jährige mit Peter Schneider (Gitarre), Jens Schäfer-Stoll (Bass) und Oliver Zapf (Drums) gemeinsam ihren Weg, und das Quartett zeigte jetzt bei zwei stimmungsvollen Konzert-Abenden, dass die musikalische Weiterentwicklung unaufhaltsam ist.

Das liegt zum einen an der Persönlichkeit der „Bandleaderin“, die heute, als gereifte Musikerin und junge Frau, naturgemäß ein ganz anderes „Standing“ hat als noch vor einigen Jahren. Zum anderen aber auch an der ungebrochenen Kreativität der Lehramtsstudentin für Musik und Englisch, die zwar gerne ganz auf die musikalische Karte setzen würde – allerdings nicht um jeden Preis.

Man hat das Gefühl, dass sie thematisch nun das machen kann, was sie wirklich will. Vom 2015 erschienenen und mit Hilfe der Sony produzierten Album „Kleine Stadt, großes Kino“ sind in der Konzert-Setlist nicht mehr allzu viele Stücke dabei.

„Wenn du mich suchst“ ist so einer oder auch „Sehnsucht nach Leben“. Und sie stehen exemplarisch für das, was die 23-Jährige ausmacht: Authentizität, Bodenständigkeit. Sie ist geerdet und mit sich im Reinen und immer dann am besten, wenn sie in ihren Songs all das zum Ausdruck bringen kann, was sie gerade bewegt.

Ob das nun in deutscher oder englischer Sprache ist, das lässt Jördis Tielsch bewusst offen: „Ich werde immer genau das machen, was meiner aktuellen Stimmung entspricht.“ Und die Zuhörer in der KuSch bekamen prompt einen Eindruck davon, was damit gemeint sein könnte. Einen brandneuen Song – Jördis pur, sich selbst am E-Piano begleitend. „Goodbye“ heißt das Werk, ein überaus gelungenes Beispiel für eine „neue“ Jördis. Erst kürzlich entstanden und zwar, so wie es fast Tradition ist, in den Semesterferien.

Aber neben all dem Neuen gibt es auch Konstanten im Bühnenleben der Jördis Tielsch – ihr virtuoses Geigenspiel sowie ihre Band. „Sie ist ein Teil von mir“, hat die Künstlerin ein ganz besonderes Verhältnis zu ihrem Instrument, das vor allem beim schwungvollen „Creepin‘ in“ und dem irischen Traditional „Toss the feathers“ die Aufmerksamkeit auf sich zieht.

Und spätestens hier wird deutlich, wie eingespielt das Musiker-Quartett ist, wenn es Tempo und Technik zu einer musikalischen Melange mit Wohlfühlcharakter kombiniert. Peter Schneider, Oliver Zapf und Jens Schäfer-Stoll lassen Jördis Tielsch‘ Stimme und Instrument stets den Vortritt, sind aber immer präsent und somit durch ein geschicktes Rhythmus-Fundament und geschmackvolle Soli Teil des Gesamtkunstwerks „Jördis Tielsch Band“.

Coversongs sind durchaus willkommen, runden das musikalische Angebot ab und haben – wie im Falle des Sting-Klassikers „Fragile“ - durchaus Potenzial im Gänsehaut-Faktor das langjährig unverzichtbare „Chasing Cars“ abzulösen, das diesmal gar nicht vermisst wurde.

Was noch fehlt? Vielleicht ein Live-Album, natürlich aufgenommen in unserem Hause, um auch dem Rest der Musikwelt zu zeigen, warum man an der 23-Jährigen (und ihren Mitstreitern) nicht vorbeigehen kann.

Übrigens: Freuen konnte sich die Deutsche Kinderhospizstiftung, deren Botschafterin Jördis Tielsch seit 2015 ist. Sie erhielt vom Verein Dilltal-Film e.V. einen Scheck über 2500 Euro, der Erlös des Angerstein-Films, den der Club gedreht hatte.

(Fotos: Gert Fabritius/Ralf Triesch)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

jms2016

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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