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Seinen vierten Geburtstag feierte jetzt der Herborner Scheunen-Slam. Aus Anlass des 13. Dichter-Wettstreits in der Kulturscheune ging dort zum Saisonabschluss ein „Dead or Alive“-Abend über die Bühne.

Dabei traten drei aktuelle Künstler der Poetryslam-Szene gegen drei „tote Dichter“ an, deren Texte von Mitgliedern des Ensembles der „Youngsters“ aus der KuSch vorgetragen wurden. Am Ende setzte sich mit Yannick Steinkellner ein Vertreter der modernen Poeten durch.

Als sogenanntes „Opferlamm“ konnte Moderator Marco Michalzik mit dem Hilchenbacher Jan Schmidt einen Stammgast in der KuSch begrüßen, der – außer Konkurrenz – einen Text über Sprachvariationen präsentierte. Frei nach dem Motto „Listen and repeat“ animierte er das Publikum zum Mitmachen bei seiner eigens kreierten Kunstsprache, die sich aus seltsamen Vokalersetzungen ergab.

Den Auftakt zum eigentlichen Dichterwettstreit machte dann Bertolt Brecht, alias Elisa Hoffmann, die den Text „An die Nachgeborenen" vortrug und dafür von der fünfköpfigen Publikums-Jury 33 Punkte erhielt. Felix Bartsch aus Koblenz erhielt für seinen Erfahrungsbericht zum Thema „Party machen“ immerhin 42 Punkte, obwohl er das Fazit zog: „Ich hasse Clubs!“

Schillers „Bürgschaft“ wurde durch Sonja Chrapko lebendig, konnte die Zuschauer bei 35 Punkten jedoch auch nur bedingt aus derReserve locken. Das gelang Artem Zolotarov schon deutlich besser. Er berichtete über die Angst, genauer gesagt erzählte er aus deren Perspektive. Der ungewöhnliche Ansatz war der Publikums-Jury 45 Punkte wert.

Ins Finale zog als Erster Tennessee Williams ein. Genauer gesagt Blanche DuBois aus „Endstation Sehnsucht“. Als solche trug Leon Kunz, stilecht im schwarzen Kleid, seinen Text vor und erhielt als bester der „toten Dichter“ dafür 43 Zähler. Ebenfalls finalwürdig war mit 47 Punkten Yannick Steinkellner. Der Grazer machte sich über den Zustand der Welt „In ein paar Jahren“ Gedanken. Seine düsteren Aussichten führten ihn verdientermaßen ins Finale.

Bevor das jedoch startete zeigte mit Alina Pfeiffer eine Dillkreis-Slammerin ihr Können. Im „Endspiel“ ging Leon Kunz als Truman Capote ins Rennen. „Frühstück bei Tiffany“ war sein Klassiker, aus dem er zitierte. Doch der amerikanische Dichter hatte letztlich keine Chance gegen den österreichischen Nachwuchs-Poeten. Yannick Steinkellner überzeugte das Publikum mit gleich zwei Texten. Seine Schilderung des letzten Fluges eines Skispringers war ebenso unterhaltsam wie die Frage, was der Mann im Mond mit einem Waschsalon zu tun hat. Steinkellners Erkenntnis: „Das Wesentliche ist für die Augen oft unsichtbar!“
(Fotos: Gert Fabritius)

 

 

 
Autor
Jörg Michael Simmer

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Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.
 

 

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