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Emil Steinberger: Drei Engel

“Besser kann man sich nicht präsentieren”

Donnerstag, 02.02.2012  ~  Autor: Uli Geis  ~  Keine Kommentare

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Ingo Oschmann macht Spaß. Mit seinen hintergründigen und geistreichen Gags begeistert er stets sein Publikum, egal ob in den Fernsehsesseln oder im Parkett der zahlreichen Bühnen, in denen der Bielefelder Comedian auftritt.

Dass Ingo Oschmann aber auch selbst eine Menge Spaß an seiner Arbeit hat, wurde am Montagabend den Gästen in der Herborner Kulturscheune (KuSch) wieder einmal deutlich, in der der Kleinkünstler zum fünften Mal gastierte. Immer macht er die Besucher lachen. Und lacht kräftig mit.

Doch diesmal hatte Ingo Oschmann ein ganz besonderes Publikum. Nicht die klassischen Fans des Genres Comedy hatten in den roten Sesseln der KuSch Platz genommen, sondern viele Vertreter des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft an Lahn und Dill.

Denn gemeinsam mit dem Uckersdorfer Vogelpark und dem Breitscheider Verein “Zeitsprünge” hatten die Herborner Heimatspieler, Trägerverein der Kulturscheune, unter der Überschrift Kulturhochdrei “wichtige Menschen”, so deren Vorsitzender Jörg Michael Simmer, eingeladen, um diese für die Bedeutung der Vereine im Allgemeinen und ihrer Projekte im Speziellen zu sensibilisieren.

Und natürlich sollten vor allem die Vorstände von Kreditinstituten und Unternehmen an Lahn und Dill motiviert werden, sowohl hier als auch da mit Geld zu Erhalt und Erweiterung der Einrichtungen beizutragen.

Denn Bedarf an finanzieller Unterstützung besteht sowohl in Breitscheid als auch in Uckersdorf und Herborn. Wie Simmer haben auch Dr. Wolfgang Rades (Vogelpark) und Dr. Uwe Peters (Zeitsprünge) festgestellt, dass Stillstand schnell mit Rückschritt verbunden sein kann.

“Wir haben uns bei der Gründung 2004 gesagt, wenn die Kulturscheune fertig ist, können wir uns erst einmal zurücklehnen”, erinnerte sich Jörg Michael Simmer. Fehlanzeige, hätten er und die anderen Heimatspieler feststellen müssen.

“Das Gegenteil ist der Fall”, betonte der KuSch-Vorsitzende und wies dabei auf inzwischen zwei Nachwuchsensembles hin, die sich auf den Brettern, die in Herborn die Welt bedeuten, etabliert hätten.

Auch der Vogelpark, erläuterte dessen Leiter Wolfgang Rades, müsse erweitern, platze inzwischen aus allen Nähten. Das gleiche gelte für die geologischen Aushängeschilder der Region, Herbstlabyrith, Museum und Geopark, betonte Uwe Peters.

“Hier können Sie was bewegen”, rief Hans-Ludwig Blaas den Besuchern im Saal zu. Der Sinner Unternehmer hat früh erkannt, dass so genannte weiche Standortfaktoren, zu denen auch die Kultur gehört, für die Wirtschaft wichtig sind, will sie Fachleute  in die Region holen und hier etablieren.

Der Beiratsvorsitzende der Herborner Heimatspiele attestierte den Ehrenamtlern hier wie dort, dass sie “die stillen Helden unserer Gesellschaft” seien. Ausdrücklich legte er seinen Kollegen aus den Führungsetagen nahe, diese Vereine zu unterstützen. “Sie machen unsere Region interessanter sowie lebens- und liebenswerter.”

Und gewöhnungsbedürftig für den Moderator. Ingo Oschmann, der Herborn ironisch bescheinigte, “eine ähnlich traurige Angelegenheit wie Bielefeld zu sein”, konnte auf der Bühne der KuSch eine ganz neue Erfahrung machen. Als Anke Peters vom Vogelpark ihm die Python-Dame “Mana Tohunga” über die Schultern legte, verging dem Comedian für einen Moment das Lachen.

Doch Oschmann wäre nicht Oschmann, hätte er nicht rasch wieder  seinen ostwestfälischen Humor gefunden. Und weil der Bielefelder auf diesem Sektor gezielt Akzente setzen kann, “haben wir ihn verpflichtet”, wie Jörg Michael Simmer wissen ließ. Offensichtlich mit Erfolg, denn am Ende des Abends “Kulturhochdrei” zogen Simmer, Peters und Rades eine zufriedenstellende Bilanz. “Besser”, bilanzierte der KuSch-Chef, “hätten wir uns nicht präsentieren können.”

Über den Autor: Uli Geis

Uli Geis

Uli Geis ist ehemaliger Redakteur der Westfälischen Rundschau und seit geraumer Zeit als Freier Autor im heimischen Raum engagiert. Der passionierte Leichtathlet aus Sinn berichtet über das Geschehen im ehemaligen Dillkreis.

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