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Landesehrenbrief für Adelheid Simmer

Dienstag, 31.01.2012  ~  Autor: Jörg-Michael Simmer  ~  Ein Kommentar

Kulturhochdrei 079a

Im Rahmen der Veranstaltung “Kulturhochdrei” in der KuSch wurde unser Ehrenmitglied Adelheid Simmer von Landrat Wolfgang Schuster mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Nachfolgend Auszüge aus der Rede des Landrats:

1980 kam Adelheid Simmer erstmals mit dem Theater in Berührung kam. Als aktive Schauspielerin stand sie seinerzeit in dem Walter-Schwahn-Stück „Die Barbara“ erstmals auf der Bühne und war auch in den kommenden Jahren (1982 beim Stück „Das edle Haus“ in Greifenstein sowie 1984 bei „Tod und Leben“) Ensemblemitglied. Alle Stücke spiegeln ein Stück Herborner Geschichte wider. Adelheid Simmer verstand es dabei stets, mit den von ihr dargestellten Persönlichkeiten nachhaltigen Eindruck zu hinterlassen.  Als 1989 nach dem Tod des damaligen Spielleiters Erich Zehner die Regieposition vakant wurde, zögerte sie nicht lange, sondern stellte sich zusammen mit Bernd Winnemann als verantwortliche Spielleiterin zur Verfügung. Damals noch unter der Ägide des Verkehrsvereins lief die komplette Organisation der Aufführungen, von der Kostümausleihe bis zur Platzeinweisung mit über sie, zudem stand sie auch wieder als Schauspielerin auf der Bühne.
Adelheid Simmer ist ohne Zweifel das, was man den „Motor“ des Theaters in Herborn nennen könnte. Da war es nur folgerichtig, dass sie auch eine maßgebliche Rolle spielte, als der Verein „Herborner Heimatspiele e.V.“ aus der Taufe gehoben wurde. Sie hat ihn am 26. November 1990 als eine von damals 21 theaterbegeisterten Personen mitbegründet und sofort Verantwortung übernommen. Elf Jahre hat sie die „Heimatspieler“ als Stellvertreterin des damaligen Vorsitzenden Bernd Winnemann geführt, ehe sie 2001 das Amt in jüngere Hände abgab. Dem Vorstand blieb sie jedoch bis 2005 als Zeugwartin treu.
Damit verbunden ist eine ihrer größten Leistungen für den Verein. Seit nunmehr mehr  20 Jahren trägt sie durch enormen persönlichen Einsatz entscheidend dazu bei, dass der Vereinsfundus ständig wächst.  Zunächst lange Jahre auf einer uralten Nähmaschine aktiv, hat sie in tage- und monatelanger Heimarbeit inzwischen über 250 Kostüme entworfen und genäht. Die Zahl der Stunden, aber auch die der verwendeten Fäden beim Nähen ist nicht zu beziffern. Aber nicht nur das: auch die Stoffauswahl und die benötigten Accessoires hat sie beschafft. Ihr Verantwortungsbewusstsein ruhte auch nicht während ihrer Urlaubsreisen, aus denen sie aus zum Teil exotischen Ländern geeignete Utensilien mitbrachte.
Bei vielen historischen Stücken war es wichtig, auf die Authentizität der Kostüme zu achten und diese zu sichern. Die Folge war, dass Frau Simmer umfangreiche Quellenstudien durchführte, deren Ergebnisse dann in das Kostümdesign einflossen.
Ohne ihr Engagement wären die aufwändigen Inszenierungen gar nicht möglich gewesen. Der Erfolg der Stücke war nicht nur für den Verein von großer Bedeutung, sondern auch für die Stadt Herborn, die sich so in hervorragender Form präsentieren konnte.
In den vergangenen Jahren hat sich der Verein Herborner Heimatspiele e.V. deutlich weiter entwickelt und verändert. Inzwischen ist Adelheid Simmer nicht nur für die nun schon zur Tradition gewordenen Sommerstücke verantwortlich, sondern hat auch die kostümtechnische Betreuung für die Jugendgruppe „16+“und die Kindergruppe „Youngsters“ übernommen, für die sie zudem noch als feste Ansprechpartnerin fungiert. Auch das traditionelle Weihnachtsstück des Vereins verantwortet sie in Sachen Kostümen. Immer wieder ist es überraschend, wie es ihr in Zusammenarbeit mit den zuständigen Regisseuren gelingt, richtungsweisende kostümtechnische  Problemlösungen zu erarbeiten, die dabei stets von Pragmatismus, aber auch hohen fachlichen und ästhetischen Ansprüchen geprägt sind. Zudem verwaltet sie auch dieses besondere Vereinskapital akribisch, wobei die Lagerstätte in der Zwischenzeit buchstäblich aus allen Nähten zu platzen droht.

Mit der Errichtung der Kulturscheune „KuSch“ in Herborn  im Jahr 2004 hat sich ihre Aufgabe im Verein noch einmal grundsätzlich verändert und erweitert. Zunächst war Frau Simmer eine treibende Kraft bei der Realisierung dieses großen Projektes und hat durch eine Vielzahl von Kontakten zu Menschen, Firmen und potenziellen Sponsoren wichtige Sachspenden für die „KuSch“ beschafft. Damit half sie entscheidend weiter, Visionen zu realisieren. In der Summe hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Eberhard in den vergangenen Jahren Sachspenden sowie direkte finanzielle Unterstützung in Höhe von fast 100.000,–  Euro für dieses Projekt gesammelt, das sie mit ganzem Herzblut betreibt. Deutlichstes Anzeichen dafür ist die Tatsache, dass sie seit März 2010 auch für die Hausverwaltung der KuSch in Vermietungsfragen zuständig ist, aber auch als „guter Geist“ bei allen eigenen Aufführungen sowie externen Künstlern Präsenz zeigt.

Der Verein gratuliert seinem Ehrenmitglied ganz herzlich!

Über den Autor: Jörg-Michael Simmer

Jörg-Michael Simmer

Jörg Michael Simmer ist seit 2001 Vorsitzender des Vereins "Herborner Heimatspiele e.V.", dem er seit seiner Gründung 1990 angehört. Er ist für die Programmzusammenstellung in der Kulturscheune verantwortlich und seit 1984 aktiver Schauspieler.

Bisher gibt es zu dem Artikel einen Kommentar

  1. Silke Follert Mittwoch, 01.02.2012 17:25 · Antworten

    Liebe Adelheid!

    Meinen ganz herzlichen Glückwunsch zu dieser großartigen – und wohlverdienten – Auszeichnung.
    Der Verein darf sich froh und glücklich schätzen so jemanden wie dich in seinen Reihen zu haben.

    Herzlicher Gruß
    Silke Follert

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