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Kusch goes Varieté

Köstlichkeiten für Leib und Seele

Donnerstag, 15.12.2011  ~  Autor: Helmut Blecher  ~  Keine Kommentare

Kunst_&_Kulinarisches_001

Längst zu einer festen Kulturscheune-Institution in der Vorweihnachtszeit ist die Veranstaltung „Kunst & Kulinarisches“, die auch an diesem Jahr an zwei Abenden für ein volles Haus sorgte. Mit erlesenen Weinen aus der südlichen Weinstraße und Speisen, zubereitet vom Restaurant Tassili und serviert von fleißigen Helfern der Herborner Heimatspiele, wurden die leibliche Genüsse bestens befriedigt. Für den Spaß und Unterhaltung waren das Berliner Duo Linne & Riesling aus Berlin zuständig, die beim letztjährigen Wettbewerb um den Herborner Schlumpeweck den Publikumspreis einheimsen konnten.

Drei Gänge waren angesetzt: sowohl fürs Menü, als auch für die Komik. Auf dem Vorspeiseteller befanden sich u.a. Pfannküchlein mit Ente, Spargelcroutes mit Zitronenhollandaise und Parmesan-Oliven-Plätzchen. Das Hors d’oeuvre von Stefan Linne und Klaus Loch alias Riesling war nach dem kulinarischen Auftakt appetitanregend für die auf Humor geeichten Hirnzellen. „Artistik der Weltspitzenklasse“ und Weltklasse-Pantomime“ kündigte das Duo an, das mit schwereloser Anmut über die Bühne tänzelte und seine Entertainmentwelt per Fernbedienung aus den Fugen geraten ließ.

Der Hauptgang, der an den Tischen serviert wurde, bestand aus geschmorten Orangensteaks mit Okra-Gemüse-Omelett und marinierten Minikartoffeln mit Kräuter-Frischkäse. Linne & Riesling boten in ihrem zweiten Set einen glücklicherweise duftfreien, pantomimischen Stuhlgang mit Hindernissen. In der Kunst des Schweigens, erlernt im Shaolin-Kloster, übte sich „Quatscht-Zu-Lang“ Linne. „Wo-Zu“ Riesling hingegen schaffte es, sich als Schwertschlucker pantomimisch zu massakrieren. Im herrlich geschmacklosen 70-er Jahre Disco-Dress begaben sie sich im Cadillac auf eine von Discomusik begleitete Spritztour, auf der Riesling tapfer mit den Tücken seiner pantomimischen Objekte kämpfte. Immer um „Hilfää“ rief Riesling, wenn er sich mit den Gesetzen der Schwerkraft und ihrer Aufhebung auseinandersetzen musste, während er gleichzeitig die Lachmuskeln der Zuschauer arg strapazierte.

Nach dem Dessert mit Aprikosen Mousse, Crépes mit Maracuja, Honigananas und Creme Chantilly servierten Linne & Riesling als „Olympic Boys“ das Sahnehäubchen obendrauf. Die Art, wie das durchtrainierte Duo dabei zu einem spannungsgeladenen Wettkampf in Zeitlupe ansetzte, war einfach nur köstlich, so köstlich und genussvoll wie die beiden Abende, die erst gegen Mitternacht ausklangen.

Über den Autor: Helmut Blecher

Helmut Blecher

Helmut Blecher ist freier Autor und Fotograf. Der Dillenburger berichtet seit Jahren über das kulturelle Geschehen vornehmlich an Lahn und Dill und hat bereits Auftrittskritiken für zahlreiche Künstler in der KuSch geschrieben.

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