Humoristischer Sex mit der Ex: Lisa Feller
Donnerstag, 10.11.2011 ~ Autor: Christian Röder ~ Keine Kommentare
Quentin Tarantinos Kultfilm „Kill Bill“ ist eine blutige Racheorgie. Die Braut, gespielt von Uma Thurman, begibt sich auf eine brutale Jagd nach ihrem Mann Bill. Lisa Fellers aktuelles Bühnenprogramm „Kill Bernd“ ist ebenfalls eine Abrechnung mit der (Ehe-)Männerwelt – nicht so blutig, dafür aber brutal lustig.
Sie ist schon eine Powerfrau. Trotz Schwangerschaft stand sie bis April dieses Jahres auf der Bühne. Nach kurzer Auszeit und erfolgreicher Entbindung verbreitet die Künstlerin nun wieder gute Laune. Die frisch gebackene Mutter war mit Kind Oskar und Babysitter angereist und ließ die Gäste munter an ihrem Privatleben und den guten, aber vor allen den schlechten Zeiten mit ihrem Ehemann Bernd teilhaben.
Feller, die viele sicher aus der TV-Serie „Schillerstraße“ kennen dürften, brachte das 200-köpfige, überwiegend weibliche Publikum, mit manchmal derben Zoten über das Muttersein oder Junggesellenabschiede zum Lachen, blieb dabei aber durchgehend sympathisch und publikumsnah. 
Anfangs freute sie sich sehr, dass die Gäste wirklich ihretwegen gekommen seien. „Manchmal werde ich mit der Schlagersängerin Linda Feller verwechselt. Die Leute fragen sich dann, warum ich nicht singe und sind etwas enttäuscht“, sagte sie. Bei einem Programm mit dem Titel „Kill Bernd – aber vorher bringt er noch den Müll runter“ war vorauszusehen, dass vor allem die Männer, allen voran Fellers eigener “Ehemann”, ihr Fett wegbekommen würden; doch auch vor selbstironischen Angriffen auf die Frauenwelt schreckte die Comedienne nicht zurück. Ein besonders „Feindbild“ seien ihr der Typ „neureiche Mütter“, die immer alles besser wüssten und die „ihre Kinder mit vier Jahren liften lassen, damit sie wieder aussehen wie Dreijährige.“ „Ihr Erkennungszeichen ist immer der neueste Porsche-Kinderwagen, Typ ‘Fötus 3000′“, warnte sie die Anwesenden vor dieser besonderen Spezies Mutter. 
Mit ihrem Lieblingsopfer Bernd spielt sie, seit ihr Baby da ist, immer wieder gerne „Elternmikado“: „Wer sich nachts im Bett, wenn unser Kind schreit, zuerst bewegt, hat verloren und muss nachsehen“. Leider sei sie immer die Leid tragende: „Irgendwie können Männer das ausblenden!“
Auch klärte Feller das Publikum darüber auf, woher ihre Arbeitswut kommt: „Auf der Bühne habe ich wenigstens mal ein bisschen Zeit für mich“, meinte sie, um kurz darauf von Babygeschrei aus dem Backstage-Bereich etwas aus dem Konzept gebracht zu werden. Ein emotionaler Moment, bei dem ihre wahren Muttergefühle dann doch sichtbar wurden. 
Doch das Kind war schnell beruhigt („War eh nur ein Einspieler“, spielte Feller die Situation ironisch herunter) und die Münsteranerin hatte sich schon wieder auf ein weiteres Ziel eingeschossen: Jule, die Exfreundin ihres Mannes. „Beim Thema Exfreundinnen denken Männer prinzipiell an einen flotten Dreier!“, stellte die genervte Ehefrau fest, die sich desöfteren, wenn sie auf einer Party mehr Promille als IQ hat, mit Bernd über diese Thematik streitet. Doch alle noch so einfühlsamen und verzweifelten Versuche von Bernd („Wollt ihr zwei euch nicht mal küssen oder so?“) würden an ihr abprallen. „Wahrscheinlich denkt er sich: ‘Je mehr G-Punkte im Raum sind, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit mal einen zu treffen’“, stellte sie die wahren Beweggründe der Männerwelt fest. Auch von einer sexuellen Fantasie mit zwei Männern sei sie nicht überzeugt: „Vom Sandwich im Schlafzimmer hat mir schon die Brigitte-Diät abgeraten!“
Das Männer und Frauen unter dem Titel „romantischer Videoabend“ etwas völlig Gegensätzliches verstehen können, machte Feller anschaulich deutlich: „Ich freue mich auf Sissi Teil eins bis drei, und was bringt Bernd mir mit? Rocky, der Wiesenhengst – ‘nen Porno!“ 
Nicht immer jugendfrei schritt Feller dann weiter durch ihr Programm, um auch noch von ihrem ersten Date mit Bernd, dem so genannten „Miedersaurus“ („Das sind die Verkäuferinnen in Dessousläden, die immer erst mal kräftig Hand anlegen“) oder aus dem Ruder laufenden Spieleabenden mit Freunden zu berichten. Anders als mit dem Tod des Ehemanns bei Tarantino, endete Fellers „Rachetrip“ mit dem Bekenntnis, dass sie ihren Bernd, trotz allem oder gerade wegen seiner Macken, über alles liebe.
